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Obstbäume im Überlebenskampf: Trockenheit lässt Apfelernte um 80 Prozent einbrechen

Die Trockenheit setzt den Obstbäumen in der Region stark zu. Viele Früchte werden schon vor der Reife abgeworfen. Besonders junge Bäume trifft es hart.

Die Wälder leidenLandwirte werden zu Noternten gezwungen, und auch die Obstbäume in der Region befinden sich angesichts der anhaltenden Trockenheit im „Überlebenskampf“, erklärt Biolandwirt Christoph Jestädt aus Fulda-Niederrode. Die Apfelernte wird um 80 Prozent einbrechen. Ein Lichtblick: Die Apfelbauern können das mit der Rekordernte aus dem Vorjahr ausgleichen.

„Die Trockenheit ist ein Riesenproblem“, sagt Christoph Jestädt. Die Apfelbäume werfen aktuell vermehrt ihre Früchte ab. „Sie sind im Überlebensmodus, sodass sie keine Energie und Feuchtigkeit in die Äpfel stecken können und die Früchte zum Teil abwerfen.“ „Gerade die jungen Bäume haben zu kämpfen, weil sie noch nicht so tief liegende Wurzeln gebildet haben. Ich habe vor fünf Jahren 120 Jungbäume gepflanzt und versuche im Moment, die alle durchzubekommen“, sagt Jestädt.

Der Bio-Landwirt ist Gründer und Geschäftsführer der Hannheinehof Lebensmittel GmbH, zu der etwa die Produkte von Wiesenkiez oder Lieber Schorli gehören. Außerdem ist er Vorstandsmitglied der Rhöner Apfelinitiative. Er bewirtschaftet eine Streuobstwiese in Fulda-Niederrode mit insgesamt 200 Obstbäumen und 120 verschiedenen Sorten. „Ich muss vor allem die jungen Bäume permanent bewässern.“ Dafür nutzt er eine Grube, die 230.000 Liter Regenwasser fasst.

„Die Äpfel sind durch die Trockenheit kleiner als sonst und nicht so saftig. Wir warten jetzt bis Anfang September, bis die Äpfel reif sind und eine gute Qualität haben. Dann ernten wir.“ Die Äpfel auf dem Boden, die frühzeitig abgeworfen wurden, könne man nicht verwenden. „Die sind unreif.“

Der 36-Jährige rechnet mit einer um 80 Prozent geringeren Ernte als im Vorjahr. Aber: Mit einer schlechten Ernte haben die Apfelbauern dieses Jahr ohnehin gerechnet. „Bei den Apfelbäumen ist es immer abwechselnd so, dass es ein gutes und ein schlechtes Jahr gibt. Das nennt man Alternanz“, erklärt er. Im Obstbau folgt also auf ein gutes Jahr mit reicher Ernte ein Jahr mit geringerem oder gar keinem Ertrag. „Die Obstbäume brauchen ein Jahr, um sich zu erholen.“

Die Trockenheit wirkt sich zusätzlich negativ aus. „Dadurch, dass es ohnehin ein schlechtes Erntejahr ist, bleibt da nicht mehr allzu viel übrig.“ Aber er betont: „2025 war ein Rekordjahr. Unsere Tanks sind noch sehr gut mit Apfelsaft gefüllt. Der Saft ist in Edelstahltanks luftdicht verschlossen, sodass er mehrere Jahre haltbar bleibt“, so Jestädt. Das Obst gibt er zur Verarbeitung an die Kelterei BioContor Elm in Flieden.

Der Biolandwirt arbeitet außerdem über die Rhöner Apfelinitiative mit 300 Streuobstbauern aus der Region zusammen. 500 verschiedene Apfelsorten werden in der Rhön angebaut – hauptsächlich als Mostobst, also nicht zum Rohverzehr, sondern zur Weiterverarbeitung zu Saft oder Ähnlichem.

Für die kommende Saison erhofft sich Christoph Jestädt erstmal einen „feuchten Winter“. „Dann kann das Wasser richtig in tiefere Erdschichten eindringen. Wir bauen auf der Streuobstwiese außerdem Humus auf, darin kann das Wasser besser gespeichert werden.“

Und wie sieht es bei anderen Obstsorten aus? „Bei den Birnen ist es so schlecht wie bei den Äpfeln“, sagt Jestädt. Beim Steinobst sind die Trockenheitsschäden nicht ganz so groß. „Die Kirsche kam im Frühjahr gut durch und die Zwetschge wurde mittlerweile überall geerntet, da war der Ertrag okay.“

Quelle: Fuldaer Zeitung, 17.08.2026

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